Artikel
 

19.01.2009 | 16:08 h

Keine Anmerkungen  
 

Redaktion:

Karl Groß

<< erste < vorherige 1 2 nächste > letzte >>
 
 
 

Tipps&Basics

 

Gut abgehangen? – Über das Altern von Bikereifen

»Gut abgehangen« – so mag man seinen Schinken, sein Steak oder auch mal eine Festtagszigarre. Aber wie ist das mit MTB-Reifen? Conti-Produktmanager Wolf vorm Walde weiß die Antworten.

Contis Fahrradreifen-Produktmanager Wolf vorm Walde
© kg

Herr Wolf vorm Walde, werden Fahrradreifen nicht – wie so vieles – mit dem Alter immer besser?

Vorm Walde:
Für Museumsbesitzer vielleicht, im täglichen Gebrauch kommt es aber auf Grip an, und der wird mit dem Alter immer schlechter.

Aber früher hieß es doch, dass Rennreifen erst mal ein paar Jahre auf der Felge »abhängen« sollen, bevor man sie benutzt?

Vorm Walde:
Beim »Abhängen « verflüchtigen sich die Weichmacher und andere chemische Elemente, die den Reifen elastisch machen. Die Lauffl äche und Karkasse verspröden. Dann hat man zwar weniger Abrieb, aber die Haftung verschlechtert sich. Die mechanischen Eigenschaften des Reifens lassen mit dem Alter nach. Per Gesetz dürfen deshalb auch nur Reifen unter fünf Jahren als Neuware verkauft werden. Bei Autoreifen gilt: Auch bei äußerlich neuwertigem Zustand ist die Lebensdauer eines Reifens nach zehn Jahren zu Ende.

Und wie erkenne ich das Alter bei Fahrradreifen?

Vorm Walde:
Unsere Reifen sind alle mit einem Herstellungscode versehen. Bei fast allen ist seit 1988 außen an der Seitenwand ein kleiner Kreis mit Punkten zu sehen. Mit einem Dreieck davor bedeutet dies: Produktion nach 2000, die Zahl dahinter steht für das Jahr, die Anzahl der Punkte für den Monat. (siehe Bild)

-------------------------------------------------------------

 

Großes Kino: »Bike Sport News E-Magazine«
Videos – Infos – Workshops – Tests – Tipps – Tricks – Pics & more!
Jetzt monatlich – for free!

 

-------------------------------------------------------------

 

Wenn ich also einen Reifen erwische, der ohne Dreieck und mit einer Zahl kleiner als 7 versehen ist, ist der praktisch unbrauchbar?

Vorm Walde:
Streng genommen schon, aber beim Fahrrad gibt es keinen TÜV und mitunter »funktionieren« auch diese alten Reifen, nur beim Grip kann man böse Überraschungen erleben. Die alten Karkassen verspröden zudem und es können sich Risse bilden. Früher wurden Fahrradreifen oft im Hinblick auf möglichst große Laufl eistung konzipiert, heute stehen Rollwiderstand, Pannenschutz und vor allem Haftung im Vordergrund.

Und wie lagere ich die Reifen am Besten?

Vorm Walde:
Als Radfahrer würde ich maximal einen einlagern, als Reservereifen. Wenn ich neue brauche, dann kaufe ich welche und montiere sie anschließend gleich. Als Händler sollte ich die Reifen im Geschäft möglichst nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen. Die Reifen, die ich nicht im Showroom benötige, bewahre ich am Besten im Karton auf.

(Quelle: »Contact« 01/2007)

<< erste < vorherige 1 2 nächste > letzte >>

<- Zurück zu: Detailansicht Tipps&Basics

Keine Anmerkungen
Diesen Artikel bookmarken:Mister WongYiggItLinkaARENAgoogle.comFolkdoneviewWikio


Buchtipp: iSport

(10.03.11)

Mit Smartphone, Pulsuhr, Web & Co. zu besten Trainingsergebnissen

mehr lesen
dotted line

Frischis Offenburg-Analyse: Das Geheimnis der Reifenwahl

(01.06.10)

Das Scott-Swisspower-Team hat es in Offenburg geschafft, mit zwei Elite-Fahrern aufs Weltcup-Podium zu kommen. Nicht zuletzt die Reifenwahl...

mehr lesen
dotted line

Muffige Sportsachen? – Tipp: Trockenmittel beilegen!

(20.01.10)

Wer Sport- und Winterbekleidung vor Muff und Stockflecken schützen möchte, sollte diese vor dem Verstauen gut trocknen. Und: Trockenmittelkissen...

mehr lesen

Vorgeschmack auf die neue Bikesaison

(27.01.12)

Taucht ein in die Welt der Vertrider im schönen Tiroler Hauptalpenkamm.

mehr lesen