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01.06.2010 | 18:45 h

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Tipps&Basics

 

Frischis Offenburg-Analyse: Das Geheimnis der Reifenwahl

Das Scott-Swisspower-Team hat es in Offenburg geschafft, mit zwei Elite-Fahrern aufs Weltcup-Podium zu kommen. Nicht zuletzt die Reifenwahl beflügelte dabei Nino Schurter.

Nino Schurter auf Spezialbereifung von Dugast
© Armin M. Küstenbrück

Teamchef Thomas Frischknecht
© kg

Schurter im Snakepit
© Armin M. Küstenbrück

Wie man sieht: ein schneller Reifen
© Scott-Swisspower/Gary Perkin

Auch die Wurzeln im Wolfsdrop waren kein Problem
© Scott-Swisspower/Gary Perkin

Schurter wurde schließlich Zweiter in Offenburg
© Scott-Swisspower/Gary Perkin

Teamchef Thomas Frischknecht verrät, wie es dazu kam, dass Nino Schurter mit Semislicks auf den noch feuchten Weltcupkurs in Offenburg ging:

»Scott-Swisspower ist eines der ganz wenigen Teams, die es in den letzten Jahren geschafft haben gleich zwei Fahrer aufs Weltcup-Podest zu bringen. Bei Florian Vogel wäre in Offenburg eventuell noch mehr drin gewesen als sein fünfter Platz. Nur durch einen »High-Speed Crash« in der ersten Runde verlor er den Kontakt zur Spitzengruppe, konnte sich aber danach auf eindrückliche Art wieder ins Rennen zurückbringen. Auch Nino kam nicht ohne Probleme durch. Einen Ausrutscher in einem Aufstieg nutzte sein Kontrahent Absalon zur gekonnten Attacke. Hingegen war eine andere Sache perfekt aufgegangen: die Reifenwahl!

Am Freitag gingen die Fahrer erst gar nicht auf die Strecke, so schlammig war es noch vom Dauerregen. Samstag war wieder mal sonniges Wetter angesagt, und die Strecke trocknete langsam ab. Am Samstagmorgen im Training war es jedoch im Wald immer noch sehr rutschig. Wildhaber und Gallati stürzten, Gallati musste gar sein Knie im Spital nähen lassen.

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Viele Fahrer entschieden sich demnach für Reifen mit aggressivem Profil, um möglichst viel Traktion zu erreichen. Mit Specialized-Teamchef Benno Willeit ging ich Samstagnacht auf der Weltcup-Strecke auf einen »Nightride«. Dabei bemerkte ich, wie extrem schnell auch die Schlammpassagen im Wald abgetrocknet hatten. Sonntagmorgen in der Früh als noch niemand auf der Strecke war ging ich mit meinem Junior Andri nochmals testen.

Wir beide waren der Meinung, dass es für einen guten Techniker wie Nino kein Problem ist, sogar einen Semislick-Reifen zu fahren. Dieser hat zwar wenig Traktion, rollt aber extrem viel besser über den angetrockneten Untergrund, weil sich keine Stollen in die weiche Oberfläche drücken, wie es bei Stollenreifen der Fall ist. Zudem ist der Dugast Pipistrello die absolut leichteste Version einer Bereifung. Leider hatten wir nur ein Paar dieser Geheimwaffe.

Auf der Startlinie staunten Ninos Konkurrenten nicht schlecht, als er als Einziger mit einem Semislick vorfuhr. In den ersten drei Reihen waren sonst nur Schlammreifen und solche mit grobem Stollenprofil zu sehen. Zum zweiten Mal staunten sie als sie auf ihrer ersten Runde merkten, wieso Nino auf Slick setzte.

(Quelle: Thomas Frischknecht)

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