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28.08.2010 | 16:03 h

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KTM Lycan 3.0: Das Mischwesen als Alleskönner

Der MTB-Markt macht es einem nicht unbedingt einfach: Fein säuberlich reiht er eine Bike-Sparte an die nächste und schreibt sie jeweils mehr oder weniger exakt definierten Nutzerprofilen zu. Dann aber kommen Räder wie das Lycan 3.0 von KTM daher ...

KTM Lycan in Action
© Thomas Sreubel

KTM Lycan 3.0
© F.G.H. Mediawerk

Top-Funktion bietet der KTM Viergelenk-Hinterbau mit schwimmend aufgehängtem Fox-Luft­federbein
© F.G.H. Mediawerk

Verblüffend: Shimanos SLX Bremse am KTM ist erstklassig dosierbar und bietet viel Bremspower
© F.G.H. Mediawerk

Überarbeitungs­würdig: Die Scheuerstellen am Sitzrohr des KTM Lycan nach unserem Langzeitbetrieb dürften nicht sein – eine bessere Zugverlegung löst das
© F.G.H. Mediawerk

... und erklären mir, dass ich für gefühlte 70 Prozent aller MTB-Anwendungen doch nur ein Rad brauche. Ja, wie jetzt … funktioniert das?

Die Schöpfer des KTM sehen das Lycan als Mischwesen, in der Lage, sowohl eine kernige, mehrstündige Tour ohne Tadel zu überstehen als auch einige Tage später einen Bike-Marathon zu fahren oder im Hochsommer mit den Kumpels einen Alpencross zu tätigen. Und in der Tat kamen wir auf über tausend Kilometern sehr gut mit dem Lycan zurecht. Natürlich, es mag andere, weitaus auffälligere Bikes geben, aber das KTM bleibt uns als sehr zuverlässige Fahrbegleitung in Erinnerung. Zunächst mal deshalb, weil es gerne Kilometer macht in der Ebene – wobei hier auch die blockierbaren Luftfederelemente von Fox helfen– dank des steilen Sitzwinkels aber auch am Berg.

Dabei sitzt es sich auf dem Rad angenehm sportlich. So ist es in der Lage, verschiedenste Geschmäcker zu bedienen. Dem Fahrspaß sehr förderlich ist auch die quirlige Geometrie, die einen nicht zuletzt auf wurzeligen, verspielten Passagen in seinem Tun unterstützt und im Schulterschluss mit dem satten Fahrwerk agiert. Insbesondere der Hinterbau mit schwimmend aufgehängtem Fox Float Federbein kann von Fahrbahnstößen aller Couleur nur schwer genug bekommen. 

Das Gesamtkonzept Lycan würde auf Highspeed-Strecken noch besser funktionieren, wäre der Lenkwinkel etwas flacher. So wird das Bike beispielsweise auf schnellen Schotterpassagen früher nervös, man bekommt am Lenker mehr zu tun. Doch das Lycan glänzt nicht zuletzt auf verwinkelten Abschnitten.

Nach über 1.000 Kilometern sieht das KTM immer noch ziemlich unverletzt aus, wäre da nicht die unnötige Schramme am Sitzrohr in Folge des scheuernden Schaltzuges und der Bremsleitung. Begeistert waren wir dagegen von den Nehmerqualitäten der Shimano SLX-Gruppe. Perfektion kommt selten vor, und so wünschen wir uns Lenkergriffe, die einen weniger starken Twist entwickeln. Und wer gern alpines Gelände bearbeitet, sollte auf massivere Reifen mit stärkeren Flanken setzen.

Fazit: KTMs Lycan kann tatsächlich durch seine ausgereiften Allround-Eigenschaften und das fleißig-sensible, gleichzeitig sehr antriebsneutrale Luftfahrwerk überzeugen. Ein echtes, zu einem fairen Preis erschwingliches Arbeitstier, das einen Marathon genauso bestreitet wie einen technisch kniffligen Alpencross.

Technik

  • Rahmen Material: Aluminium 6061, konifiziert, Viergelenker
  • Größen (Test) 15, 17, 19, 21“ (= 38, 43, 48, 53 cm)
  • Federung Gabel: Rock Shox Reba Race, Federweg: 120 mm/Lenker-Lock-Out; Federbein: Fox Float RP 23, Federweg: 120 mm
  • Antrieb Schaltung v/h: Shimano SLX/Shimano XT Shadow; Schalthebel: Shimano SLX; Kurbel: Shimano SLX
  • Bremse Shimano SLX Centerlock, 180/180 mm
  • Laufräder Naben: Shimano SLX; Felgen: DT Swiss X430
  • Reifen Schwalbe Rocket Ron Evo, 2.25“
  • Parts Lenker: Ritchey Comp Rizer, 685 mm; Vorbau: Ritchey Comp, 100 mm; Stütze: Ritchey Comp; Sattel: Selle Italia XR
  • Geometrie Radstand: 1085 mm; Oberrohr: 580 mm; Kettenstrebe: 435 mm; Innenlagerhöhe: 335 mm; Lenk-/Sitzwinkel: 69,9°/73,8°

Gewicht & Preis

  • Gewicht 12,60 Kilo (o.

(Quelle: BSN)

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