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29.10.2008 | 08:00 h

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Heiko Halbauer

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Tipps&Basics

 

MTB, Trekkingrad, Rennrad: Mythos Rahmenhöhe

»Welche Rahmenhöhe brauchen Sie denn?« - Wenn diese Frage beim Fahrradkauf gestellt wird, sind Fachleute wie Gelegenheitsradler oft ratlos.

Rahmenhöhe messen: Mitte Innenlager bis Oberkante Sattelrohr ergibt die Rahmenhöhe

Bloß nicht abreißen lassen: Wer einmal aus dem Windschatten gefallen ist, hat der Attacke des Vordermanns wenig entgegenzusetzen.

Ideale Sitzposition: Anpassen von Sattelstellung und Vorbaulänge

Die Ansprüche an vollgefederte Mountainbikes steigen: Die meist gut informierte Kundschaft will nicht nur großen Federweg, sondern auch eine Fahrwerksabstimmung ohne kraftraubende Störeinflüsse.

Diese bewährte Klemmvorrichtung hält den Sattel unverrutschbar in Position

Frank-Stefan Kimmel der Mann hinter Serotta Deutschland: »Nicht jeder benötigt einen Maßrahmen, doch wer aus der Norm fällt, der fährt mit dem individuellen Rahmen besser.«

Denn durch Moden und Trends im Rahmendesign hat dieses Maß viel Aussagekraft verloren. Der Pressedienst-Fahrrad erklärt, worauf es wirklich ankommt, damit der Rahmen passt.

Bereits beim Messen der »Rahmenhöhe« beginnen die Probleme. Es gibt unterschiedliche Messverfahren. Gemessen wird die Länge des Sattelrohrs von der Mitte des Tretlagers je nach Messvariante bis zur Mitte des Oberrohrs, bis zu dessen Oberkante oder auch bis zur obersten Kante des Sitzrohrs selbst. Die Unterschiede je nach Messvariante können bis zu fünf Zentimeter betragen. »Bei der heutigen Vielfalt der Rahmenformen ist die Sitzrohrlänge alleine nicht mehr aussagekräftig«, bestätigt Stefan Scheitz vom Radhersteller Felt. Mountainbike-Rahmen mit abfallendem Oberrohr, Sloping-Form genannt, weisen ein deutlich kürzeres Sattelrohr auf, kompensiert wird das durch eine weit ausgezogene Sattelstütze. »Bei Rennrädern bieten wir neben der standardmäßigen Variante Komfort-Modelle an, bei denen das Steuerrohr im Vergleich zum Sattelrohr länger und das Oberrohr kürzer ist«, so Scheitz.

 

Scheitz rät, die Rahmenhöhe bis auf weiteres zu vergessen und stattdessen die Sitzhöhe zu bemühen: »Diese erhält man, wenn man die Schrittlänge mit 0,885 multipliziert«, erklärt der Experte. Doch auch dieses Maß ist letztlich ein Näherungswert, der von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird – zum einen durch ganz handfeste Dinge wie Tretkurbellänge, Schuhsohlendicke und Beschaffenheit des Sattels, zum anderen aber dadurch, wie man auf dem Rad sitzen will. »Während Radsportler die Sattelhöhe exakt so einstellen, dass sie in der untersten Pedalposition genau die richtige Beinstreckung erreichen, kommt es komfortorientierten Citybikern oftmals eher darauf an, beim Ampelstopp leicht mit den Füßen auf den Boden zu kommen, als möglichst effizient ihre Tretkraft einzusetzen«, erklärt Ralf Klagges von der Fahrradmanufaktur »utopia-velo«.

 

Die richtige Rahmenöhe hängt auch vom Rad-Typ ab.Die Bildunterschrift wird in KW 12/08 eingefügt. »Wie man auf dem Rad sitzt, ist erst einmal eine Frage der Fahrradgattung«, erklärt Mario Moeschler vom Radhersteller Winora und führt dazu gleich zwei Beispiele an: »Unser Cityrad ,Winora Liberty‘ hat bei einer Sitzrohrlänge von 46 cm ein 180-mm-Steuerrohr. Denn bei diesem Rad muss noch eine gefederte Sattelstütze untergebracht werden und mit dem hohen Lenker wird eine aufrechte Haltung erreicht. Ganz anders das ,Staiger Ontario‘, ein ungefedertes Carbon-Trekkingbike: Da ist bei Sitzrohrlänge 48 das Steuerrohr nur 125 mm lang. Nur über Sitzrohrlänge beziehungsweise Rahmenhöhe zu sprechen, sagt also wenig aus, wenn man den Fahrradtyp nicht kennt.«

 

»Anstatt einfach nur auf die Rahmenhöhe zu schauen, muss man das ergonomische Dreieck von Lenker, Sattel und Pedalen im Blick haben«, sekundiert Frank Stefan Kimmel, Deutschland-Vertreter des amerikanischen Rennradherstellers Serotta und ausgewiesener Experte für die Bestimmung der Sitzposition.

(Quelle: PM - Pressedienst Fahrrad (pd-f) / Gunnar Fehlau (#: 16393))

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