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22.09.2011 | 12:25 h

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Twenty-Niner: Hype oder Punktlandung? - Interview mit Gary Fisher

Als Mountainbike-Erfinder Gary Fisher mit den ersten 29ern kam, war das vielen nur ein abschätziges Lächeln wert. Heute steht er erneut als Gallionsfigur an der Spitze des Trends.

Hallo Gary, Du scheinst mal wieder den richtigen Riecher zu haben. Siehst du bei Twenty-Ninern Parallelen zur Entwicklung der ersten Mountainbikes?
Beides lässt sich schwer vergleichen. Die ersten Mountainbikes waren ein völlig neues Sportgerät. Twenty-Niner sehe ich eher als Evolution des Bestehenden. Aber eines ist beiden tatsächlich gemeinsam: Wer sich das erste Mal auf solch ein Ding setzt, steigt mit großen Augen wieder ab.

Seit wann sind Twenty-Niner eigentlich ein Thema für Dich?
Im Grunde schon immer. Sagen wir mal so: Mountainbikes mit 26-Zoll-Laufrädern waren eigentlich nur ein bizarrer Zufall. Breite Felgen und fette Reifen gab es damals schlicht und einfach nur in dieser Größe. Doch mit Kollegen wie Mark Slate von WTB diskutierte ich immer wieder über die Vorteile größerer Laufräder.


Vor zehn Jahren kam Dein erstes 29er-Hardtail mit Marzocchi MXR 29 Gabel und ein Protoyp für das 29er-Fully Sugar. 2002 bestand die Kollektion aus vier Hardtails und zwei Fullys.
Die Verkaufszahlen damals waren nicht gerade rosig. 2003 standen wir mit Trek vor der Entscheidung „make it or brake it – mach‘ weiter oder lass es“. Doch das Projekt zu beerdigen, stand für mich außer Frage. Die Vorteile von Twenty-Ninern waren für mich einfach zu klar.

Die Zeit scheint Dir Recht zu geben ...
Du darfst nie aufgeben. Musst immer weiter entwickeln. Natürlich hatten die ersten Twenty-Niner Schwächen. Aber die haben wir ausgemerzt. Danach zogen die Verkäufe an. Immer mehr Biker erkannten, mit diesem Typ Rad bin ich plötzlich schneller als Freunde oder Racer-Konkurrenten.

Bisweilen scheint es, als wären Twenty-Niner ein Marketing-Schachzug der Bikeindustrie, um die Nachfrage anzukurbeln.
In den USA kamen Twenty-Niner vor allem auf die Erfolgsspur, weil Rennfahrer und Hobbybiker begeistert waren von den Fahreigenschaften. Natürlich springen die Bikehersteller dann irgendwann auf den Zug auf wie jetzt in Europa.

Einer der Kritikpunkte an Twenty-Ninern war lange das weniger agile Handling ...
Da frage ich als Erstes immer: „Bist Du selbst schon ein Twenty-Niner gefahren?“ Für das Gros der Biker überwiegen die Vorteile. Ein Schlüsselerlebnis war für mich die Teilnahme an der Transalp Challenge: Viele extrem fitte Leute, aber fahrtechnisch oft unsicher. Die meisten wären mit Twenty-Ninern besser bedient.

Bei vollgefederten Twenty-Ninern halten sich die Federwege mit 100 bis 120 mm in Grenzen. Woran liegt das?
Prototypen mit großen Federwegen haben beim heutigen Stand der Technik immer noch einen klaren Nachteil: Der Radstand wird sehr lang. Die Wendigkeit leidet. Auch Tricks und Sprünge, das Vorderrad zu liften, werden schwieriger. Aber auch hier wird weiter experimentiert werden.

Deine ganz persönliche Meinung zur Zukunft von 26-Zoll-Bikes?
Wer wie viele Japaner in der Großstadt in einem kleinen, engen Apartment wohnt, ist damit sicher weiter gut bedient (grinst). Für mich persönlich gibt es keinen Grund, noch auf ein 26er zu steigen. Denn mit wilden Jumps habe ich nichts am Hut. Und in meiner Garage ist Platz genug.

(Quelle: )

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