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31.08.2011 | 10:59 h

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Thomas Froitzheim

 
 
 

Service, Top News

 

Neuland auf Knopfdruck - GPS-Special Teil 3

Egal, wo man sich mit dem Bike auf die Suche nach Neuland begeben möchte, es gibt schon zahlreiche fertige Tourenvorschläge. Sie zu finden und auf das eigene GPS-Gerät zu laden, ist gar nicht so schwer.

Alle Bilder: Thomas Froitzheim

Fangfrisch Wer auf den Portalen richtig fischt, findet unzählige kostenlose Routenvorschläge im Netz.

Reiche beute Der VDO GP7 zeigt auch das RichTrack-Format von bike-gps.com an, das Routebook-Informationen beinhaltet.

Per GPS-Gerät auf Entdeckungsreise in unbekanntes Gelände? Jederzeit! Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, an neue GPS-Strecken zu gelangen. Erstens: Man berechnet – und das können die neueren Empfänger schon ganz gut – geeignete Bike-Strecken von A nach B direkt auf dem Gerät. Der Nachteil ist, dass die als Ergebnis ermittelte Verbindung nicht immer den eigenen Vorstellungen entspricht und auf den kleinen Geräte-Displays nur schwer nachzuvollziehen ist. Zweitens: Deutlich komfortabler geht es am heimischen PC. Mit entsprechender Software (mehr dazu in der kommenden Ausgabe) kann man Strecken - wie früher auf gedruckten - jetzt auf digitalen Karten einzeichnen und anschließend übertragen. Und drittens: Die wenigste Arbeit machen fertig gezeichnete Tracks, die man sich aus dem Internet herunterladen kann. Allerdings haben diese User-Touren sehr unterschiedliche Qualität, also vor dem Nachfahren unbedingt prüfen!


In die Internet-Suchmaschine einfach einmal die Stichwörter „Tremalzo“ und „gpx“ eingeben und schwupp, schon finden sich einige Links zu fertigen GPS-Dateien – meist im gpx-Format. Diese kopiert man im einfachsten Fall (wie bei Garmin, Falk oder Lowrance) in ein bestimmtes Verzeichnis auf dem Gerät, das natürlich mittels USB-Kabel am Computer angeschlossen sein muss. Nach der Übertragung das GPS-Gerät vom PC trennen und starten. Nun sollte das Inhaltsverzeichnis die neue Route anzeigen.


Was taugen die Tourdaten?
Da man ja nicht jeden Track einzeln im Internet suchen, sondern vielleicht auch wissen will, welche weiteren Touren es in einer Region gibt, sind GPS-Portale die beste Anlaufstelle für Bike-Reisewillige. Sie bieten eine mehr oder minder große Routenvielfalt. Leider beinhalten bisher aber nur wenige dieser Portale auch die Originalrouten von Tourismusämtern und Regionen. Zwar erhält man mit dem Download immer wegegenau eine fertige Tour. Das kann aber in der Praxis auch mal Probleme machen. Wenn man beispielsweise den Tourenverlauf nicht komplett, sondern nur in Etappen geliefert bekommt oder gar Höhendaten fehlen. Leider können Laien kaum erkennen, ob die Daten und damit natürlich auch der Tourenverlauf aktuell sind.


Lobenswert sind Portale wie transalp.info von Autor Andreas Albrecht, der neben den reinen Tracks auch Informationen über Zustand und Befahrbarkeit seiner Routen einstellt. Außerdem ist immer fraglich, ob die Strecken auch wirklich den Schwierigkeitsgrad (Kondition, Fahrtechnik, etc.) aufweisen, den man anpeilt. Und ob wirklich alles so fahrbar ist wie beschrieben bzw. die Routen überhaupt legal zu biken sind. Wer das mit Sicherheit wissen will, sollte sich Touren-Vorschläge beim jeweiligen Fremdenverkehrsamt oder Tourismusverband organisieren. Denn gerade in Österreich mit seiner verschärften Wegegesetzgebung sollte man entsprechend vorsichtig sein.


Von A nach B - die Direkteste oder die schönste Route?
Eine Strecke zwischen zwei Adresseingaben berechnen inzwischen zahlreiche Radroutenplaner – doch das sind nicht automatisch schöne Bike-Touren. Besser sind in der Regel von anderen Usern selbst erstellte, gefahrene und oft kommentierte Touren. Auf outdooractive.com kann der Nutzer zwischen fertigen Tourenvorschlägen mit Beschreibung oder einer berechneten Strecke von A nach B – auch von Oberstdorf nach Riva – wählen. Sehr schön: Diesen Routenvorschlag kann man im Freizeichnungsmodus anschließend eigenständig ändern, um beispielsweise einen Abstecher zum vorgebuchten Quartier einzuzeichnen. Praktischerweise funktioniert diese Anpassung auch nach dem Import eigener gpx-Dateien.

Schnell und individuell
Das individuelle Planen – also das Zeichnen von Touren am Bildschirm mit der Maus – ist vor allem bei gpsies.com sehr komfortabel. Dort kann man außerdem Strecken als Datei hochladen, (anschließend) per Maus den eigenen Bedürfnissen anpassen und sogar direkt aufs GPS-Gerät herunterladen. Allerdings sind die Strecken dort nicht redaktionell geprüft. Den Wegeverlauf sollte man sich vor dem Download also aufmerksam auf einer detaillierten Karte anschauen. Ähnliche Funktionen wie gpsies.com bietet auch bikemap.net, zusätzlich kann man Touren dort komfortabel ausdrucken.


Vorauswahl erleichtert die TourenPlanung
komoot.de ist nicht nur optisch erfrischend, auch der Zugang ist pfiffig: Der User gibt Startort, geplante Dauer der Wunschtour (z. B. 3 Std.) und die gewünschte Aktivität vor (Mountainbiken, Wandern, Bergsteigen oder Fahrradfahren). Zusätzlich kann er noch seine Sportlichkeit einstufen („untrainiert“ bis „Profi“) und die gewünschte Wegbeschaffenheit („meist Asphalt“ bis „mit Schotter“) festlegen. Anhand dieser Parameter rechnet das Programm gleich mehrere Tourenvorschläge aus. Wer es schnell und bequem mag und beim Streckenverlauf nicht allzu wählerisch ist, kommt dort also in kürzester Zeit auf Touren.


Transalp-Tipps - Über alle Berge
Wessen Bike-Traumpfade sich durch und über die Alpen schlängeln, sollte einen Blick auf gps-tracks.com (geprüfte Touren, topographischer Kartenhintergrund und freies Zeichnen von Touren möglich) sowie auf gps-tour.info werfen. Ein klassischer und sehr solider Transalp-Tourenanbieter ist bike-gps.com: Etappenweise kann man sich seine eigene Strecke aus einem Netz von zahlreichen Transalp-Touren zusammenstellen. Zwar sind die Daten auf diesem Portal entgeltpflichtig, dafür sind sie aber auch redaktionell sehr gut aufbereitet. Zudem liegen sie im komfortablen RichTrack-Format vor, das auch Abbiegehinweise anzeigt. Dieses Format können aber nur wenige GPS-Geräte wie etwa der VDO GP7 lesen.


Die richtige Trail-Karte
Die meisten Portale verwenden als Kartenhintergrund die bekannten Google Maps mit der umschaltbaren Ansicht zwischen Karte, Satellit und Hybrid. Nur zeigen sie leider keine Bike-Routen. Mittlerweile ergänzen deshalb einige Portale ihre Karten mit dem Wikipedia-ähnlichen OpenStreetMap-Projekt. Es stellt als OpenCycleMap-Variante Radrouten dar, die in einigen Portalen (gpsies.com, bikemap.net) auch nachgezeichnet werden können. Praktischer Tipp: Das Schweizer Portal gps-tracks.com zeigt neben der Google-Ansicht auch deutsche, Schweizer und österreichische Gebiete mit amtlichen topo-
graphischen Karten im Maßstab bis zu 1:25.000.


APPS - Funktionen eingeschränkt
Genaue Höhenprofile und die unterwegs zu bewältigenden Höhenmeter in Auf- und Abstieg findet man auf fast allen Tourenportalen. Ebenso den (gefühlten) Schwierigkeitsgrad einer Tour. Schwieriger ist es schon mit der Angabe der Wegbeschaffenheit, die oft eher ungenau ist. Außerdem muss man sich auf einigen Websites spätestens registrieren, wenn man Strecken herunterladen möchte (outdooractive.com, komoot.com, gps-tracks.com, gps-tour.info). gpsies.com und bikemap.net hingegen bieten Streckenberechnung und Download ohne Anmeldung. Einige Tourenportale haben auch Apps für iPhone oder Android. Jedoch sind deren Funktionen im Vergleich zur Website oft nur eingeschränkt.


Fazit
Wer sich einige Stunden mit den Tourenplanern im Internet beschäftigt hat, kann für kleines Geld oder gar umsonst hochwertige Touren herunterladen. Und wer diese danach noch seinen Bedürfnissen anpassen und die Routen individualisieren möchte, findet dafür praktische Software wie
MagicMaps oder Touratech QV. Doch dazu mehr in der kommenden Ausgabe von bikesport.

 

 

 

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