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02.11.2011 | 00:00 h |
Keine Anmerkungen | ||
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Redaktion: |
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Marathon |
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Crocodile Trophy 2011 – Online-Tagebuch #8 |
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7. Etappe: “Die Party geht weiter” |
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Eine ruhige Nacht lag hinter uns. Nach einem kleinen Streit in der Kochtruppe. Beruhigten sich die etwas überhitzen Gemüter schnell wieder. Die extremen Temperaturen und Belastungen forderten ihren Tribut. Und das wohl bei allen Beteiligten. Fast schon Alltag bei einem Extremrennen. Am Morgen war alles bereits vergeben und vergessen. Wir brauchten alle unsere Kräfte für die nächsten Tage. Neben den Hand-Bikern hatten über Nacht weitere Fahrer das Handtuch geworfen. Selbst zahlreiche Infusionen konnten sie nicht mehr aufpäppeln. Das tägliche Wiegen jedes Fahrers, als Indikator für Dehydrierung, schien hier keine rechtzeitigen Warnsignale gesendet zu haben. Zwischen dem Wiegen am Start und im Ziel jeder Etappe lag einfach zu viel Zeit. Für manchen Fahrer eine endlose Odyssee.
Ich selbst hatte mir für die nächsten zwei Tage ein ruhiges Tempo auferlegt. Auf den ersten 32 Kilometern hatte ich das heute aber wohl vergessen und war mit der dritten großen Gruppe durchs Outback gerast. Schnell merkte ich aber, dass das dem Körper nicht gut bekam. An der ersten Verpflegung nahm ich raus. Es begann ein langer, sonniger und heißer Tag. Die wieder mal beeindruckende Landschaft lies allerdings öfters den Blick vom Radcomputer abschweifen. Stoisches Kilometerzählen ist bei einer solchen Rundfahrt dennoch nicht vermeidbar. Psychisch sind die Anforderungen durchaus mit denen eines Ironman zu vergleichen: Man kann sich bei langen Etappen darauf einstellen, dass man mehrfach Höhen und Tiefen durchwandert. Nur eines steht immer fest: Alles unterliegt dem Wandel. Macht man sich das bewusst, dann kann das auch mal als Trostspender fungieren. Der Punkt der Aufgabe lässt sich so hinauszögern. Eine weitere Erkenntnis wächst in mir: Immer langfristig denken!
Die Probleme der meisten Fahrer haben inzwischen einen anderen Charakter bekommen: Die Leistungswerte haben sich inzwischen wohl bei fast jedem auf einem stabilen Niveau eingependelt. Echte Kraftakte und hohe Intensitäten können wohl nur noch die Top-Fahrer realisieren. Der Durchschnittsfahrer kämpft eher mit der tagtäglichen Belastung und zahlreichen Verletzungen. An den Verpflegungsstationen wird mehr verarztet als gegessen und getrunken. Gut, dass ich nur zum Trainieren da bin und bisher nicht ans Limit gehen musste. Dennoch verlangt das Rennen volle Konzentration zu jeder Zeit. In der letzten Kurve, sollte ich am eigenen Leib erfahren, wie schnell Unaufmerksamkeit zum Verhängnis werden kann: Ich stürze erneut. Gott sei Dank verläuft der Sturz auch diesmal glimpflich. Eine Hüftprellung und Hautabschürfungen an einem Unterarm sollten verkraftbar sein. Auch der Arzt gibt nach einem kurzen Check schnell grünes Licht. Weit gefehlt: Um Mitternacht wache ich mit höllischen Knieschmerzen auf. Folge des Sturzes. So durfte ich wenigstens noch einer der legendären Partys im Pub von Laura beiwohnen. Nach fünf Bieren fühlte sich das Knie auch wieder besser an. Die Tatsache, dass ich der letzte Rennfahrer war, der den Pub verlies, brachte mir am nächsten Morgen zahlreiche Gratulationen ein. Selbst von den Top-Fahrern. Die Feier hatte sich wohl schon vor dem Frühstück rumgesprochen.
Dass ich dafür auf der nächsten Etappe bezahlen würde, war glasklar…
Dirk |
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(Quelle: ) |
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