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21.10.2011 | 14:35 h |
Keine Anmerkungen | ||
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Redaktion: |
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Marathon |
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Crocodile Trophy 2011 - Online-Tagebuch #3 |
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Etappe 2: Das Outback ist kein Kindergarten... |
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Was für eine Nacht! Kurz nach unserer Ankunft nahm der Regen wieder zu. Heftige Winde kamen zusätzlich auf. Die kalte Freiluftdusche verlor ihren Schrecken. Schließlich war essen im Zelt angesagt. Alles stand unter Wasser. Bald auch mein Zelt. Es stellte sich heraus, dass so manches Zelt den zugegebenermaßen für diese Region eher ungewöhnlichen Wetterbedingungen nicht gewachsen war. Wir begannen die robustesten Zelte doppelt zu belegen und in den anderen Gepäck unterzubringen.
Am nächsten Morgen verriet der Blick nach Draußen zwei Dinge: Alles ist nass und alles wird nass bleiben. Es regnete weiterhin in Strömen. Das Gepäck war größtenteils durchnässt. Aber zu einem Abenteuer gehört eben auch der Umgang mit dem Ungewohnten und Extremen. Darüber sollte man sich vorab schon im Klaren sein. Auch wenn man mal im Eifer des Gefechts ausrastet, und das sollte auch bei mir einige mal vorkommen, so lernt man mit der Zeit viele Dinge mit etwas Abstand und Entspannung zu betrachten. Auch Mäßigung und Respekt im Umgang mit anderen gehört sicherlich dazu. Wo große und heterogene Teams am Arbeiten sind, da wird es immer zu Fehlern und Friktionen kommen. Zum Scheitern der Unternehmung muss das aber nicht führen. Reden erwies sich aber zumeist als Wundermittel. Es war interessant zu beobachten, wie sich das Team unter diesen extremen Rahmenbedingungen mehr und mehr fand.
Der erste echte Renntag sollte für mich ein langer und harter Weg ins Ziel werden. Nach 17 neutralisierten Kilometern wurde das Rennen in Atherton offiziell gestartet. Natürlich begleitet von immer stärker werdenden Regenschauern. Schnell wurde klar, dass die ursprünglich geplante Strecke nicht vollständig befahrbar sein würde. So wurde die erste Bergwertung verkürzt und wir durften ein wenig früher aus den steilen Sektionen in gemäßigteres Terrain abbiegen. Die folgenden Schlammpisten waren aber kein Zuckerschlecken. Nach ungefähr zwei Rennstunden herrschte nur noch eine Farbe im Peloton vor: Braun. Als wir endlich auf den Highway einbogen, hatten einige Fahrer schon ihr Limit erreicht. Manch einer sogar überschritten. Bei einem recht alltäglichen Überholvorgang kam es in meiner Gruppe zum Sturz. Die Folgen: Zahlreiche Abschürfungen, Prellungen und - wie sich später bestätigen sollte - ein Bruch des Oberschenkelkopfes bei einem der Fahrer. Schnell wurde das Rennen zur Nebensächlichkeit und die ganze Gruppe leistete Erste Hilfe. Der zügig eingetroffene Krankenwagen sorgte dann für weitere medizinische Versorgung und den Abtransport ins Krankenhaus. Dennoch geht ein solches Erlebnis nicht spurlos an einem vorbei. Es ermahnte uns alle die Grenzen nicht zu weit auszuloten. Im Outback sind Stürze und andere Unfälle kein Spaß. Wir hatten ein weiteres Wundermittel entdeckt: Besonnenheit.
Das Rennende war für mich (fast) unspektakulär: Unglaublich feuchte 10 Kilometer durch den Urwald, die Attacke eines wilden Hundes, der glücklicherweise meine Wade verfehlte und statt dessen in meinen Hinterreifen biss und ein Hungerast, der mich und meine Gruppe in aller Verwirrung einen extra Anstieg mit 10 Kilometern Länge befahren lies. Am Ende der Etappe hätte man mich wohl im Regen im Kreis fahren lassen können bis zum Eintreten völliger Bewusstlosigkeit. Jedenfalls war das nächste woran ich mich erinnern konnte, dass mich ein Betreuer auf dem Rücksitz seines Landrovers zu wecken versuchte. Ich war durchgefroren und hungrig eingeschlafen.
Der andauernde Starkregen führte wieder zu einem Dinner im Zelt. Mein heutiger Eintrag und vielleicht sogar diejenigen der nächsten Etappen werden euch wohl nur verspätet erreichen. An Internet- und Handyverbindung ist hier nicht mehr zu denken. Selbst unsere Satellitentelefone streiken.
Egal. Ich will nur noch schlafen...
Bis bald Dirk |
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(Quelle: ) |
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| Keine Anmerkungen | |||
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