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11.08.2010 | 09:35 h

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Christopher Maletz: »Du fährst!« – Das Erlebnis WM

Letzte Woche, Dienstagabend. Giant-Racer Christopher Maletz ist noch erschöpft vom Italien-Weltcup, außerdem ist er erkältet und schon fast auf Ruhewoche eingestellt. Dann der Anruf von Bundestrainer Frank Brückner. »Du fährst!«

Christopher Maletz nach dem WM-Rennen
© Privat

 

Hier schildert er sein WM-Erlebnis:

»Statt Ruhewoche ein absolutes Highlight: Marathon-Weltmeisterschaft in St. Wendel. Gerade einmal fünf Tage Zeit, um zu meiner ersten WM-Teilnahme wieder fit zu sein. Eigentlich hatte ich schon fast nicht mehr damit gerechnet, denn aufgrund einiger Probleme im Vorfeld der Nominierungen wurde ich ursprünglich gar nicht vorgesehen. Letztendlich hatte ich dann aber doch noch das Glück auf meiner Seite und erhielt die späte Nachnominierung.

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»Nach knapp 50 Kilometern schien ein Ergebnis um Platz 30 erreichbar. Doch nach der gewohnten Crosscountry-Fahrzeit
gingen bei mir schlagartig die Lichter aus.«

 

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Am Freitag ging es nach St. Wendel im Saarland. An gleicher Stelle bin ich bereits 2007 die Marathon-EM gefahren und landete nach einem Einbruch immerhin noch auf Platz 37. Die schnelle Strecke mit ihrem zermürbenden Sägezahnprofil sollte sich zu diesem Jahr kaum verändert haben.

 

Wie gewohnt ging es am Samstag zur Vorbelastung auf die Strecke. Zusammen mit René Tann besichtigte ich die ersten und letzten 15 Kilometer des trockenen 107-km-Kurses, die eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit erwarten ließ. Im Gegensatz zu den letzten Trainingseinheiten fühlte ich mich schon wieder ganz gut und war für den Wettkampf zuversichtlich. Der Rest des Tages bestand aus Entspannung sowie Materialvorbereitung, Empfang der Startnummern und der Nationaltrikots.

Am Sonntag hieß es früh aufstehen, denn der Start war auf 9:45 Uhr angesetzt. Nach kurzem Warmfahren fuhr ich zur Startaufstellung. Mangels Punkten in der Marathon-Weltrangliste stand ich mit Startposition 89 nicht gerade weit vorn, immerhin bewahrten mich meine XC-Punkte vor einem noch schlechteren Startplatz im Feld der 120 Nationalfahrer aus rund 30 Nationen.

Gegen 9:50 Uhr fiel der Startschuss. Wie erwartet wurde gesprintet wie im Crosscountry-Weltcup. Ich hatte gute Beine und konnte sofort etliche Plätze gutmachen. Leider fiel mein Kilometerzähler schon nach wenigen Metern aus, kurz darauf auch noch der Pulsmesser, wodurch mir sehr wichtige Anhaltspunkte fehlten. Nach einigen Kilometern bildete sich eine rund 35 Mann starke Spitzengruppe, zu der ich im letzten Moment noch aufschließen konnte. Trotz des heftigen Tempos fühlte ich mich gut und traute mir ein starkes WM-Ergebnis zu. Nach und nach bildeten sich Lücken in der Gruppe und ab Rennkilometer 20 befand ich mich in einer Verfolgergruppe unweit hinter der Spitze, in der ich versuchte, nicht zu überdrehen.

Nach knapp 50 Kilometern schien ein Ergebnis um Platz 30 erreichbar. Doch nach der gewohnten Crosscountry-Fahrzeit gingen bei mir schlagartig die Lichter aus. Schnell wurde ich von einer sehr großen Gruppe eingeholt, passiert und abgehangen.

(Quelle: Christopher Maletz)

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