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17.10.2011 | 15:52 h

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Interview mit Brett Tippie

Auferstanden aus der Hölle

Sein Leben schien ein Traum. Doch dann schien Frorider Brett Tippie nicht mehr zu retten. Nun mischt er in aller Frische wieder die Bikeszene auf.

 

Hi Brett. Schön, Dich wiederzusehen. Du warst einige Zeit völlig von der Bildfläche verschwunden. Was hast Du getrieben?
2003 habe ich mich in die Partyhölle gestürzt. Ich kippte zu viel Alkohol in mich hinein, nahm Drogen. Das geriet sehr schnell außer Kontrolle. Ich war jeden Tag drauf, jahrelang. Es war so dumm. Viele Male wäre ich fast gestorben. Meine Persönlichkeit veränderte sich völlig. Ich war kurz davor, meine Liebe zum Leben zu verlieren.



Wann hast Du gemerkt, dass es so nicht weiter geht?
2007 hatte ich die Schnauze voll. Ich war es müde, ständig meine Familie, Freunde und mich selber zu verletzen. Mein Vater rettete mir das Leben, als er mich einfach wegholte. Ich erinnerte mich langsam wieder an die Zeit, als ich noch die Berge in Fetzen gerissen hatte! Und plötzlich vermisste ich die kalte Luft auf meinem Gesicht. Mir fehlten gute Erlebnisse mit positiven Menschen. Ich vermisste es, Rad zu fahren und zu leben!


Hattest Du damals einen Wunsch?
Ja, mehrere. Mein größter Wunsch war es, wieder gesund zu sein. Ich träumte von einer guten Frau und einer eigenen Familie. Auch wollte ich wieder in der Radindustrie arbeiten, meine Mitmenschen aufheitern und ihnen Freude bereiten! Seitdem habe ich alles dafür getan, in meinem Leben aufzuräumen. Schließlich traf ich eine unglaubliche Lady, die die Mutter meiner wundervollen Tochter wurde und auch schon wieder schwanger ist.
Meine Sponsoren von damals, Rocky Mountain, Race Face und Marzocchi, nahmen mich wieder unter Vertrag. Zwei neue, Evoc und 5.10, kamen dazu. Ich arbeite außerdem noch als Reporter für pinkbike.com und moderiere Events. Das Leben kann so wunderschön sein!



Das Foto, wann wurde es gemacht?
Dan Barham machte das Foto 2008, als wir die Coastal Crew an der Sunshine Coast besuchten. Da hatte ich mich bereits von den Drogen verabschiedet, trank aber noch Alkohol. Ich wog stattliche 230 Pfund und war ziemlich fett.
Es liegen Welten zwischen diesem Bild und jetzt. Wie hast Du das geschafft?
Ich saß vier- bis fünfmal pro Woche auf dem Rad, und das zwölf Monate im Jahr. Diesen Sommer war ich praktisch Tag und Nacht auf den Trails der North-Shore unterwegs. Vielleicht versuche ich, die verlorene Zeit aufzuholen, aber ich liebe das Biken einfach so sehr. Das war wirklich eine tolle Zeit. Mein Leben schmeckt gerade verdammt süß. Ich bin glücklich!

(Quelle: )

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