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14.12.2011 | 13:31 h |
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Redaktion: |
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Vorschauberichte |
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Craft 1000 Miles Adventure 2012 |
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Ein nonstop Ultramarathon ohne Sicherung durch die Natur |
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Im Jahre 2007 gewann er ein extremes Radrennen durch das eisige Alaska. Nun schrieb sich der Radabenteurer Jan Kopka ein weiteres wichtiges Primat zu. Als Erster schaffte er es, in Europa einen Ultramarathon ohne Sicherung zu organisieren. Mit der Aktion "Craft 1000 Miles Adventure" quer durch die Slowakei und Tschechien erfüllte er sich seinen Traum. Und auch 2012 findet dieses außergewöhnliche Event wieder statt: Der Start wird am 1. Juli um 14:00 Uhr in dem westlichsten Dorf Ceska Hranice sein, das Ziel in dem östlichsten Dorf der Slowakei in Nova Sedlice. Es verlief in dem gleichen Julitermin wie das berühmte Rennen Tour de France, aber sein Charakter war völlig unterschiedlich. Der Rad-Ultramarathon "Craft 1000 Miles Adventure" war zwar eine physisch anspruchsvolle Prüfung voll von Bergüberfahrten, aber statt den Doping-Kommissären schreckten die Teilnehmer die Bären auf der Strecke. Die nicht traditionelle Aktion, die 1578 km lang war und durch die abgelegensten Ecken Tschechiens und der Slowakei führte, hob nicht den sportlichen Ruhm hervor, sondern Respekt zu der Natur und zu dem Gegner, Erkenntnis und Selbsterkenntnis, Freude und auch Schmerz, Angst und auch Euphorie und Überwindung von sich selbst. Das war die Botschaft, die der Radsportler und Hauptorganisator Jan Kopka dem ersten Rennen in Europa ohne jegliche Sicherung erteilte. Er erkannte selbst bereits früher die extremsten Terrains der Welt. Er wollte deshalb feststellen, ob man auch auf dem alten Kontinent ein Rennen veranstalten kann, wo sich die Rennfahrer lediglich durch eigene Kraft bewegen und ein großes Abenteuer erleben. Hier ein Interview mit Jan Kopka: In Europa wurde durch den Einfluss der Zivilisation eine ähnliche Aktion außerhalb der Zivilisation ohne Sicherung nie vorher stattgefunden. Erfüllte das Rennen von der Seite der Ansprüchigkeit Ihre Erwartung? „Ich denke schon. Es wurde von dem östlichsten slowakischen Dorf Nova Sedlice nach Skalna bei Cheb im Westen Tschechiens gefahren. Während des Rennens musste sich jeder um sich selbst kümmern, wie er es konnte. Die Strecke ging überwiegend über die Berge, aber auch wenn es überall nah der Zivilisation war, war das Rennen abenteuerlicher als ich erwartet hatte. Die Strecke war genug lang und schwierig. Viele Passagen in der Slowakei waren wegen dem Wetter gar nicht befahrbar, andere Orte waren anspruchsvoll wegen dem gebirgigen Terrain, wo es zum Beispiel keine Wege für die Fahrräder gab. Es gab dort einfach genug von kritischen Passagen, was aber bei einem Extrem nicht schadet.“ Die Rennfahrer auf der Strecke dezimierten das anspruchsvolle Terrain, die Natur, die Müdigkeit, aber es drohte auch ein gefährliches Zusammentreffen mit Bären und herumziehenden Hunden, was einige Teilnehmer auch erlebten. Hatten Sie keine Angst, dass es zu gefährlich sein wird? „Es hatte das richtige Adrenalingewürz. Diese Arten von Rennen sind nicht nur über das schöne Radfahren, aber auch über Orte, wo die Menschen auf eigene Reserven und auf den Boden zurückgreifen müssen. Weil das Wetter mit den Teilnehmern spielte, mussten sie zum Beispiel das Rad auf extrem matschigen Wegen schieben, wo sie bei trockenem Wetter ruhig hätten fahren können. Ein weiteres Hindernis waren die Flüsse. Viele Teilnehmer mussten sie in der Dunkelheit überqueren, sie konnten die Furt nicht finden und überquerten sie im Strom, wo es wirklich hart war. Die Bären waren auch eine Gefahr, aber darüber war das Rennen, es war nicht nur über das Radfahren.“ Machten Ihnen dann die Teilnehmer keine Vorwürfe, dass die Strecke zu gefährlich war? „Die Teilnehmer wurden damit bekannt gemacht und wussten, was passieren kann. Sie fuhren auf eigene Verantwortung und es ging um solche Art von Personen, die das Abenteuer aussuchen. Es geschah zum Glück niemandem etwas. Aber auch wegen diesen Bären, die vier Rennfahrer erschreckten, war wohl alles psychisch anstrengender als physisch. Es war nach jedem, wie er kämpft. Einem Rennfahrer fraß der Bär die Schuhe, aber er fuhr weiter barfüßig 30 km in den Bergen und dann besorgte er sich Ersatzschuhe. Andere schafften es, sich auf völlig zerstörten Fahrrädern zu transportieren. Es ging viel um die Psyche.“ Am Start des ersten Jahrgangs stellten sich 89 Teilnehmer. Profis und auch Touristen aus der Reihe der Radfahrer und der Geher. Ans Ziel gelangen 34. Ist das viel oder wenig?
„In Anbetracht der Schwierigkeit des Rennens ist es eine entsprechende Zahl. Was für ein Extrem es wäre, wenn alle ans Ziel gelangen würden. Ein Drittel der Teilnehmer beendete das Rennen, ein Drittel gelang ans Ziel auf der halben Strecke und ein Drittel gab irgendwo auf der Strecke auf.“ Auf der Startliste waren nur zwei Geher und sie gaben nach drei Tagen auf. Zeigte sich also, dass es eher um eine Aktion für Radfahrer ging? „Die Geher verließen das Rennen wegen gesundheitlichen Problemen und sie traten mit einem schweren Herzen zurück. Es ist ganz bestimmt keine Aktion nur für Radfahrer. Es gab Passagen, wo es für die Geher einfacher war, die Radfahrer mussten ja das Rad manches Mal tragen. Ein paar Teilnehmer, die Rad fuhren, nahmen sich schon als Herausforderung für das nächste Jahr vor, die ganze Strecke zu Fuß zu absolvieren. Auf der Startliste war auch ein Rollerfahrer, aber wegen der Krankheit trat er nicht zum Start an.“ Das beste Paar Zdenek Kriz a Zdenek Tomecek gelang in acht Tagen ans Ziel. Dabei hatte Kriz, der der Europameister in dem 24-Stunden-Rennen ist, vor, nur sechs Tage zu fahren. Ist es für Sie ein Beweis, dass die Aktion sehr hart war? „Zdenek Kriz gehörte zu denen, die in das Rennen mit Ambitionen auf ein Ergebnis einstiegen und er stellte gleich am ersten Tag fest, dass er sie nicht erfüllt. Der ganze Plan scheiterte bei ihm unter Einfluss der Umstände. Er gewann zwar aber den Erfolg teilte er mit einem anderen Rennfahrer. Auf der Strecke stellte er genauso wie alle anderen Teilnehmer fest, dass die Rennen ohne Sicherung unvorhersehbar sind und man hier nicht planen kann. Daran war es schwer und auch schön. Er musste seine Denkweise ändern. Auch die Besten erkannten, dass die Erlebnisse letztendlich wertvoller waren als der Sieg.“ Was verursachte nach Ihnen die Änderung? „Die Tatsache, dass die Leute nicht wussten, was sie erwartet. Das Rennen betrachteten viele Menschen wohl als ein gemütliches Radfahren irgendwo in der Tschechoslowakei, aber es war nicht so. Auf der Strecke waren nur Start und Ziel und jeder musste sich selbst behilflich sein. Es war egal, wie lange er fährt, was er isst und wo er schläft. Jeder kümmerte sich um sich selbst so, wie er es konnte und schon die ersten zwei Tage zeigten unter Einfluss des Wetters, dass es anstrengend sein wird. Es hat den Teilnehmern viel geregnet und einige Abschnitte waren fast unüberwindbar. Als ich sah, wie das Terrain aussieht, sagte ich mir, dass nach der ersten Nacht eine Hälfte der Teilnehmer aufgeben wird, aber erstaunlicherweise gaben nur zwei auf und das noch wegen technischen Problemen.“ Überraschte es Sie? „Sehr, aber die Teilnehmer hielten auch deswegen aus, dass sie in Gruppen fuhren und sich gegenseitig halfen. Dazu konnten sie sich auch auf die Bereitwilligkeit der Menschen verlassen. Es kann sein, dass wenn jeder allein gefahren wäre, gelangte niemand ans Ziel. Aber es war nicht die Absicht. Alle erlebten auf der Strecke ungeahnte Vorkommnisse und auch dank dem, dass sie gegenseitig entgegenkamen, stellten sie fest, dass es in Tschechien und auch in der Slowakei stets viele Leute gibt, die Ihnen im Not uneigennützig helfen. Die Ostslowakei war da beispielhaft.“ Während des Rennens schrieben die Rennfahrer jeden Tag ihre Gefühle ins Internet. Sie als Organisator beaufsichtigten einen glatten Verlauf der Aktion. Bemitleideten Sie sie, wenn sie litten? „Wenn sie leiden, bedeutet es nicht, dass sie es nicht genießen. Es war sehr hart, aber das Rennen bot auch Freiheit an. Die Leute auf der Strecke hatten Zeit nur für sich, ihre Gedanken und für ihr Ziel, egal wie es war. Ein Teilnehmer sagte mir, dass es ihm im Urlaub gewöhnlich eine Woche dauert, bis er die Probleme von der Arbeit vergisst. Hier wusste er bereits am zweiten Tag nicht, wo er arbeitet. Das Rennen war Losreißen vom Stress und Komfort, es bot eine unabhängige Reise an. Es hat mir viel Spaß gemacht. Ich war als Organisator in einem direkten Kontakt mit den Teilnehmern und schöpfte von ihnen Adrenalin, Begeisterung, Müdigkeit und auch Enttäuschung.“ Vor dem Start sagten Sie, dass das Rennen den Teilnehmern außer dem Sport auch vor allem Selbsterkenntnis anbietet. Erwies es sich als Wahrheit? „Zum Beispiel die letzten zwei Teilnehmer, die ans Ziel gelangten, hatten mit dem Rennsport nicht so viel gemeinsam, aber es waren Outdoortypen, die es genossen. Sie fuhren zwanzig Tage, aber nicht gemütlich. Jeden Tag leisteten sie ihre maximale Leistung. Zum Beispiel der Mann mit dem Namen Tomas Maly war sehr schwer belastet und in den Dörfern auf der Strecke füllte er fast keine Lebensmittel nach, er wollte möglichst unabhängig von der Zivilisation sein, was auch der Sinn dieser Aktion war. Im Gegenteil die Besten fuhren leicht belastet nur mit einem Schlafsack und riskierten, dass sie im Falle einer Komplikation viel verlieren. Jeder wählte eine andere Weise, was ist genau das, warum diese Rennen einzigartig sind.“ Den Ultramarathon organisierten Sie nach den Erfahrungen, die Sie dank der Teilnahme an den extremsten Weltradaktionen gewannen. Wie bestand Craft 1000 Miles Adventure in dieser Konkurrenz? „Tausend Meilen stellte ich mit dem Realisationsteam zusammen als eine Kombination des Iditarod Rennens über Alaska und der Aktion Great Divide Race, die von Kanada nach Mexiko über die Rocky Mountains in den USA führt. Das Extrem ist da selbstverständlich irgendwo anders, schon deshalb, dass das Alaska-Rennen im Winter stattfindet und in den Rocky Mountains Bären einschließlich der Grizzlybären und Silberlöwen sind und das Rennen vier tausend Kilometer lang ist. Jeden Tag kann es dort ums Leben gehen. Aber die Grundlage ist gleich wie in Tschechien und in der Slowakei. Nach den Reaktionen der Teilnehmer war das Effekt sehr ähnlich. Jeder fand das, was er suchte. Am Ziel sagt zwar kaum jemand nach der Rackerei, dass er wieder fahren wird, aber nach ein paar Tagen stellt man fest, dass er sich in dem Alltagsleben langweilt. Schon jetzt möchte sich eine Hälfte der Teilnehmer wieder anmelden und ich bekomme auch viele E-Mails von denen, die das Rennen nur verfolgten.“ Dieses Jahr hatten Sie für das Rennen das Limit von hundert Teilnehmern. Haben Sie vor, die Kapazität zu erhöhen? „Bestimmt nicht. Hundert Teilnehmer sind die Obergrenze. Wir wollen kein Massenrennen, wir haben vor, die Atmosphäre zu bewahren, wo jeder am Start eine Persönlichkeit ist. Außerdem kämpfen wir ständig mit den Behörden wegen den Genehmigungen, dass wir die Strecke möglichst außer der Zivilisation führen können. Alle Genehmigungen zu erledigen ist schwieriger als die alleinige Organisation. Die Beamten sind unsinnigerweise unbeugsam. Ihre erste Reaktion ist immer: nein. Sie wollten uns oft auch auf offiziellen Radwegen nicht fahren lassen und wir behandelten alles sehr umständlich. Auch deshalb muss die Kapazität klein sein.“ Was sollen die Menschen erwarten, die den ersten Jahrgang nur verfolgten und sich in nächstem Jahr anmelden möchten, wann in der Gegenrichtung gefahren wird – von Tschechien in die Slowakei? „Wer sich auf den Weg macht, erlebt eine Schaukel von Gefühlen hinauf und hinunter. Die Hauptrolle spielen Hilflosigkeit und Ärger über den, der die schwierigen Abschnitte ausdachte. Es wechselt sich aber auch mit wunderschönen Passagen ab, wo jeder die Natur und die Freiheit genießt. Die Menschen, die damit klarkommen, erleben so als Belohnung die Begeisterung über ein Abenteuer und gewinnen voll von Adrenalin und Endorphinen viele außerordentliche Erlebnisse. Egal bis wohin sie fahren.“ |
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