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19.10.2011 | 10:51 h

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Redaktion:

Thomas Hebestreit

 
 
 

Teamreports

 

Bike-Planet MTB Racing Team: Fuchsbau-MTB-Race

Weltcupstimmung auf der Cross-Country-Strecke: Thomas Hebestreit auf Platz 2 beim Fuchsbau-MTB-Race in Sallgast-Henriette /Roland Rempl verleiht sein Vorderrad /René Kersten gibt in der Männerwertung alles.

Dieses Rennen hat seinen eigenen Wegweiser an der Straße in Sallgast-Henriette - das konnte nur großartiges vermuten lassen. Der Ortsname, der für Fremde zunächst wie der Name eines auf der Elbe havarierten Schwefelsäuretankers klingt, entpuppt sich beim ankommen als ein beschaulicher Ort in der Lausitz, der für das Rennen bereits zum vierten Mal Türe und Tore öffnet. Und was für eins! Kinderrennen, Nachwuchsrennen und das Hauptrennen auf einer tollen Runde, die mit den Zuschauern und starkem Fahrerfeld Weltcup-Gefühl aufkommen ließ. Und das ist nicht zu dick aufgetragen - immerhin war die Fahrt für uns drei Berliner fast eine Weltreise. Es war insofern auch eine andere Welt für uns, da Berlin nicht einmal ansatzweise eine ähnlich schöne, perfekt organisierte Veranstaltung vorweisen kann. Die Strecke machte irre Spaß.

Gefahren wurden die obligatorischen 60 Minuten plus eine Runde über tolle Trails, Abfahrten und steile Rampen. Für ein Kurzstreckenrennen ging es bei mir ordentlich ab. Denn mal ehrlich - für einen Marathonfahrer ist doch ein CC-Rennen so, als würde man Reinhold Messner zum Schneefegen vor der Eingangstüre bitten. Ich mag hier etwas übertreiben, aber es klingt einfach toll. Außer Atem war ich im Ziel nämlich erst, als ich erfuhr, bei den "älteren Herren" auf dem zweiten Platz zu stehen. Auch hier übertreibe ich etwas, aber kann es mir als Zweitplatzierter durchaus leisten. Das ich gut unterwegs war, wußte ich – mit dem 5. oder 6. hätte ich noch gerechnet. So war die Freude groß, vor allem, weil 2011 trainingstechnisch alles andere als optimal verlief.

Roland Rempl war auch mit von der Partie. Für ihn ging es um Trailningskilometer und nicht um echte Siegambitionen. So kam es, das er einem jungen Fahrer, der auf Platz 3 lag und Defekt erlitt, eine Lektion in echten reinrassigen italienischen Rennpneus und Sportsgeist gab: Er lieh ihm das Vorderrad und verzichtete auf sein eigenes Rennen. Ob der andere dies zu schätzen wußte, ist nicht überliefert. Nur ein Zitat von

Roland: "Jaja, die Rennjugend. Immer Vollgas, immer 110% getuned und immer diese Vogelraketen auf den Felgen. Und dann Platten." Oder so ähnlich. Wir grüßten Richtung Italien, denn René Kersten kam ebenfalls plattenfrei, aber völlig erschöpft in den Top25 ins Ziel und leidet aktuell unter dem Muskelkater seines Lebens. Noch mehr Lobgesang auf das wirklich schöne Rennen würde ab jetzt unglaubwürdig klingen. Aber eins sei noch gesagt: Das die Millionenmetropole Berlin kein ebenbürtiges Rennen auf die Beine stellt, ist wirklich arm. Schön waren die Zeiten des Berliner Grundig-Cups in der 90ern - in Sallgast-Henriette leben sie wieder auf. In Berlin reißen derweil  Passanten die Markierungen von jedem noch so kleinen Rennversuch wieder ab, noch bevor dieser begann. 

(Quelle: )

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