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08.06.2006 | 00:33 h

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Karl Groß

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Vortrag: Cross-Country ist wie Massenzeitfahren im Gelände

(08.06.06/kg) Im Rahmen der GONSO Albstadt-MTB-Classic findet auch eine zweitägige Fortbildung der Sportmediziner zum Thema Mountainbike statt. – Interview zum Vortrag von Dr. Olaf Schumacher.

Dr. Olaf Schumacher

Ein Programmpunkt der GONSO Albstadt-MTB-Classic sind die Deutschen Ärzte- und Apothekermeisterschaften im Rahmen des Marathons am Samstag. Die Sportmediziner treffen sich aber auch in der SANA-Klinik in Truchtelfingen zu einer zweitägigen Fortbildung zum Thema Mountainbike, die Dr. Ulf Haasis, Albstadt, initiiert hat. Einer der Referenten ist Dr. Olaf Schumacher aus Freiburg, u.a. Arzt der MTB-Nationalmannschaft. Wir haben ihn vorab zu seinem Vortrag befragt.


Interview mit Dr. Olaf Schumacher, Freiburg


Frage: Dr. Schumacher, Sie werden bei der Fachtagung im Rahmen der MTB-DM in Albstadt zum Thema »Belastungsprofil Mountainbike – Unterschiede zum Straßenrennsport« sprechen. Können Sie Ihre wichtigsten Erkenntnisse für das nichtmedizinische Publikum schon mal vorab verraten?
Dr. Schumacher: Zuerst ist mal festzuhalten, dass der Cross-Country-Sport viel, viel intensiver ist. Der Mountainbiker bewegt sich immer in hohen Pulsbereichen. Bei Rennen wie der DM im Schnitt bei 85 bis 90 Prozent des Maximalwerts. Und das zwei Stunden lang. Für den Gesundheitssport ist das nicht optimal. Freizeitbiker sollten schauen, dass sie entweder – wie die MTB-Profis auch – auf der Straße fahren oder sich häufig auch flaches Gelände suchen, damit sie sich ausreichend lang im Bereich der Grundlagen-Ausdauer bewegen können.

Frage: Und wenn man die Leistung der MTB-Profis mit den Straßenrennfahrern vergleicht?
Dr. Schumacher: Im Prinzip ist ein Cross-Country-Rennen vergleichbar mit einem Zeitfahren auf der Straße. Die Wattdurchschnittszahl (Leistung, die vom Fahrer erbracht wird, die Red.), die ein Biker leistet, wird auf der Straße dauerhaft nur im Zeitfahren oder bei längeren Anstiegen bei Bergetappen erreicht.

Frage: In welchen Bereichen muss man sich das denn bei Profis vorstellen? Wie viel Watt im Durchschnitt sind das bei Mountainbikern?
Dr. Schumacher: 230 bis 240 Watt – im Durchschnitt. Wenn man das mit Tour-de-France-Bergetappen vergleicht, muss man berücksichtigen, dass die eben viel länger dauern und die Gestaltung des Rennens eine ganz andere ist. Die Favoriten werden ja bis zuletzt geschützt und gehen erst am Ende des Rennens an ihre Reserven.

Frage: Wie gestaltet denn der Mountainbiker sein Rennen?
Dr. Schumacher: Wenn man das aus der Sicht von Wattzahl und der Herzfrequenz anschaut, dann fährt er mit dem größtmöglichen Aufwand los und bleibt dann in den oberen Bereichen, mit minimalen Variationen. Im Prinzip ist das Massenzeitfahren im Gelände.


Kurzportrait:
Dr. Yorck Olaf Schumacher (38) ist an der Medizinischen Universätsklinik Freiburg an der Abteilung Rehabilitation, Prävention und Sportmedizin tätig. Er betreut unter anderem die MTB-Nationalmannschaft und die Bahn-Nationalmannschaft, besitzt aber auch viel Erfahrung im Straßenmetier. Dr.

(Quelle: Pressedienst GONSO Albstadt MTB-Classic - Erhard Goller (#: 11689))

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