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08.11.2011 | 11:08 h

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Redaktion:

Erhard Goller

 
 
 

Training

 

Erfolgsgeheimnis Psyche: Stars in den Kopf geschaut

Spitzensportler leisten körperlich außergewöhnliche Dinge. Aber sie haben auch ihr ganz eigenes Kopfkino.

Fokussiert und Blick nach vorne: In Gedanken den Erfolg vorwegnehmen. © Maasewerd

Wer in der Wettkampfszene vorne mitmischt, hat nicht selten zuvor schon im Geiste Momente des Erfolgs vorweg genommen. Von Stars auf dem Siegertreppchen ist dann oft zu hören: „Davon habe ich immer geträumt.“ So hat es jedenfalls die frischgebackene XC-Weltmeisterin Catharine Pendrel gesagt, als man ihr in Champery das Regenbogen-Jersey übergestreift hat. Aus Tagträumen kann die (Sportler-)Psyche Motivation schöpfen. Sie stecken ein Ziel und geben dem Handeln eine Richtung. Die träumerische Beschäftigung mit dem Ziel ist sicher eine Hilfe, dieses auch zu erreichen. Vor allem dann, wenn dadurch die positive Hoffnung gestärkt wird und die Angst vorm Scheitern abnimmt.


Über solche Träume hinaus geht das bewusste Visualisieren. Dabei werden zwei Versionen unterschieden. Bei der ersten stellt sich der Sportler quasi einen Film vor, wie er die gewünschte Leistung erzielt. Die Schweizer Downhill-Meisterin Emilie Siegenthaler hat sich in ihrem Psychologie-Studium näher damit beschäftigt. „Solche Visualisierungen musst du als Downhiller ganz bewusst machen“, erklärt sie diese Form des Tagtraums. „Du stellst dir verschiedene Stellen vor und schaust: Was muss ich da machen, wo fahre ich hin.“

 

Bei der zweiten Form stellt sich der Sportler ganz konkret muskuläre Belastungen oder Bewegungsmuster vor. Damit lassen sich nachweislich Trainingseffekte erzielen, weil das Nervensystem zwischen tatsächlichen Reizen und nur vorgestellten Reizen im Grunde nicht unterscheidet.
Ein kompletter Ersatz für tatsächliches Training ist ein solches Kopftraining allerdings nicht. Dennoch, Träumen lohnt sich nicht nur für Ausnahme-Athleten wie Pendrel. Hauptsache, die Träume bleiben halbwegs realistisch. Oder sind es dann schon keine Träume mehr?

 

Auf dem Siegertreppchen: „Davon habe ich immer geträumt!“ © Maasewerd

(Quelle: bikesport 11-12/2011)

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